


ich schob ab und hatte dabei alles voll mit pfannkuchen und einem klebrigen stoff als
kaumasse, den ich mir aus allen zur verfügung stehenden früchten zusammenzukochen wusste.
es war das einzige, was mir irgendwie noch schmeckte, auch wenn es ziemlich schnell fast einsilbig und am schluss ganz ohne silbe eigentlich nur noch keinen grösseren hunger aufkommen liess. zumindest hatte ich dadurch keine veranlassung mich auf getrocknetes lamafell als ernährungstechnisch gediegene dauerkost einlassen zu müssen.
der altiplano blieb so eisig schön als staubige stotterpiste auf einsamem schotter, wie man sie nur überqueren kann, solange kein regen das gegenteil aus ihr macht.
der vergaser kam ein bischen in's räuspern wie husten, bis ich wieder tiefer gelegenes gelände erreichte und wo die bewaldung anfing. eine tolle sache, so im waldigen schatten ganz allein durch die pampa zu flitzen. doch bevor es wieder wärmer werden konnte, hatte mir irgendein aufmerksam verkrümmter nagel den schlauch meines hinterrades derart gründlich zerlegt, dass ich sofort und unbewusst das einzig richtige machte, was überhaupt zu machen war: ich fuhr einfach weiter; lehnte mich weit über den lenker vor um möglichst viel gewicht von hinten nach vorn zu verlagern und kam in, s schlingern und schlenkern, weil das hinterrad total platt nur noch auf den felgen "good-moon" machte.
ich dachte, wenn ich jetzt anhalte, erfriere ich in offener landschaft und das wäre für mein motorrad das ende einer reise ohne anfang, was wir beide vermutlich nicht wollten. an luftpumpe hatte ich keinen moment gedacht, weil ich den urwald entdecken wollte und dazu keine luftpumpe brauchte. und kam da angeschlenkert wie dieser meldegänger in durchgängig eigener mission, der nur noch halt macht, wenn es nach reparatur aussieht für den totalsten plattfuss aller zeiten.
Textauszug aus whaling-peru-2 © by ulrich gehret 2011
alle welt war dagegen, an vorderster front diese wegen geiz und vertreibung durchleuchteten vertreter der gleichwie unterhaltsam frohlockenden botschaft aus der wüste, wo der verzehr von heuschrecken nicht dem nachtisch vorbehalten blieb sondern zu genereller hauptmästung zu verkommen hatte. der täufer muss den verheuteten schrecken eine ganze menge heutiger neu-speichen eingewechselt haben um sie, diese talentierten stabheuspringer in die lage zu versetzen, gleich ganze kontinente und deren wüste zu überqueren.
falls sie flügel an ihren speichen gehabt haben, umso besser, dann brauchten sie sich nicht so lange auszuruhen vom wüstenflug um gleich loszufuttern, wem nicht des ihren war. denn sie wussten sehr wohl, wem des ihren war und wem nicht.
mit baygon bekäme man sie zwar schnell weg, es fehlte aber die entsprechende stelle um erlaubnis - bitte in der schrift. also musste man den unkundigen stabheuschrecken vor gifteinnahme auch noch das lesen beibringen, und zwar das richtige lesen: das lesen in und aus der schrift, was gekonnt sein will. nicht einfach nämlich, grundsätzlich nur in gleichnissen zu lesen und die daraus entsprechend beabsichtigten wie gleichnisgelenkten verrenkungen abzuleiten, die man in sonst kenntnislosem zustand der immer weiter sich versteinernden schrift nicht ganz so übergangs - und gleichnislos sich oder anderen infizierten aus der hüfte zu leiern wüsste.
Textauszug aus whaling-schule © by ulrich gehret 2011
das blech war derart zittrig durchwoben von feinsten löchern und deren haltgebendem rand, der zusammen mit schlamm und ständigem regen und seinen tropfen so eine art erinnerungsverlust darstellend nur noch wisperndes element aus einer welt von zukunft bleiben wollte, weil rückwärts nichts mehr ging. knallartig schob sich mir der sektkorken in die trocken-gegurgelte kehle, weil zum fliegen schon zu ausgekorkt:"wie kriege ich dieses gedächtnissieb jemals heil aus so viel schlamm, ohne darin oder daran zu zerbrechen - und dies mit mir?" denn wenn ich diese rost - fluke nicht klar und heil in mein atelier nach spanien bekomme, muss ich gleich wieder los in die welt nur um auf blechspur und deren suche bleibend meinem eigenen ende entgegen zu rosten. mit so viel nadellöchern, dass jedes sieb sofort seinen versiebten sinn wieder - erkennt um die löcher zu entwaffnenden waffen werden zu lassen.
Textauszug aus whaling-chocó © by ulrich gehret 2011
so, wie beim tanz um's vergoldete lamm - lamm wie gehbehindert. kann also gar nicht tanzen das arme vieh. aber nicht des lahmen tanzes wegen, sondern insgesamt glaube ich eher an ein leben vor dem tode als danach, wofür ich das boot als den triftigsten aller günde anzuführen habe;wie jedes andere meiner bilder. denn sie reflektieren den selten anzutreffenden zustand einer weit entfernt und spannend bleibenden lebenstotalität, die nicht umsonst zu bekommen war und keine rückkehr kennt. konkret werdende ansteckungsgefahr in form von aneignung durch augenschmauss-geniesser besteht eigentlich nicht - nicht einmal als digitalisierte erlebnis-schliere.
Textauszug aus whaling-boot © by ulrich gehret 2011
Biographie Ulrich Gehret
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